Reinacher Finanzen in Schieflage

Der Wegzug einiger sehr gut verdienenden Personen, aber auch der Schrumpfungsprozess im hier angesiedelten Gewerbe und die letzte Unternehmenssteuerreform liessen die Steuererträge der Gemeinde Reinach in den letzten Jahren schwinden. Nun kommen die Covi19-Auswirkungen hinzu: Vorübergehende Betriebsschliessungen, Kurzarbeit, Stellenverlust etc. dürften sich spätestens 2021 auf den schon angespannten Finanzhaushalt auswirken. Nebst den laufend steigenden Kosten im Sozial- und Bildungsbereich schlägt nun ausgabenseitig auch der Jahrzehnte lang praktizierte Investitionsstau zu.

Vor diesem Hintergrund sind Gebührenerhöhungen und die Anhebung des Steuerersatzes für natürliche Personen unsausweichlich. Der bürgerlich dominierte Gemeinderat sprach sich – zumindest vordergründig – dafür aus, wegen Covid19 die Steuererhöhung erst 2022 vorzunehmen. Der ebenfalls bürgerlich dominierte Einwohnerrat entschied indes, eine erste Anhebung um 2 % bereits 2021 vorzunehmen, ungeachtet der wirtschaftlichen Corona-Folgen für die Bevölkerung. Einzig die drei Grünen Einwohnerrät*innen haben sich entschieden gegen eine Steuererhöhung per 2021 ausgesprochen, die vor allem den Mittelstand trifft.